n-e-i-n-nicht-geeignet
'Ich habe gehört, Diamanten sind eine sichere Wertanlage.'
Diesen Satz höre ich erstaunlich oft. Vor einiger Zeit hatte ich genau deshalb ein Gespräch mit einem Kunden am Telefon. Er wollte einen grösseren Betrag in Diamanten investieren – möglichst schnell. Seine Erwartung: stabil, wertbeständig, einfach. Meine Antwort war für ihn überraschend: 'Ich glaube, das passt nicht zu Ihnen.' Stille.

Warum? Weil Diamanten kein klassisches Investment sind. Es gibt keinen einheitlichen Marktpreis. Diamanten sind zu verschieden. Die Qualität ist komplex – aber entscheidend. Und vor allem: Es geht hier nicht um schnelle Rendite.
Diamanten sind, wenn überhaupt, ein sehr langfristiges Investment. Eher vergleichbar mit einem grossen Anwesen, das man nicht primär kauft, um kurzfristig Gewinne zu erzielen, sondern um Vermögen zu sichern und zu erhalten. Kurzfristige Gewinne sind eher die Ausnahme. Ich habe ihm erklärt, worauf es wirklich ankommt: Farbe, Form, Gewicht, Schliff, Reinheit, Zertifizierung – respektive die Summe und Kombination all dieser Kriterien. Und vor allem: Erfahrung im Umgang mit diesem Markt. Am Ende hat er sich gegen Diamanten entschieden. Und genau das war in seiner Situation die klügste Entscheidung.
Heisst das, Diamanten sind schlecht? Nein. Aber sie sind ein Spezialfall. Für Menschen, die genau wissen, was sie tun beziehungsweise wollen. Oder für ganz bestimmte Ziele – zum Beispiel diskreten, mobilen Vermögensschutz. Hohe Werte auf kleinstem Raum. Unabhängig. Flexibel. Aber eben nicht für jeden.
Mein Job ist nicht, Ihnen Diamanten zu verkaufen.
Mein Job ist es, Ihnen ehrlich zu sagen, wann sie Sinn machen – und wann nicht.
Und manchmal beginnt gute Beratung genau dort, wo man bewusst davon abrät.